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Silvesterlauf 2011

Ich musste direkt zweimal auf den Kalender gucken, doch dort stand eindeutig “31.12.2011″, obwohl es draußen weder klirrend kalt, noch glatt, stürmisch oder verschneit war und somit beinahe ideale Bedinungen für den 25. Silvesterlauf in Nordenham bestanden.

Getreu der Tradition holte ich bereits lange vor dem Start meine Startnummer ab (bzw. einen Ersatz, weil meine nicht mehr aufzufinden war) und machte mich dann zu Fuß auf den Weg zum eigentlichen Start. Ebenfalls traditionsgemäß war ich wieder einmal viel zu spät dran absolut pünktlich, denn ich stand gerade dreißig Sekunden in der Startaufstellung, als es auch schon losging.

Silvester ist für den geneigten Winterhasser nun nicht unbedingt die Lieblingstrainingszeit, so dass meine Form nicht allzu berauschend sein dürfte. Andererseits konnte ich das gar nicht genau beurteilen, da ich in letzter Zeit zwar häufig, aber nicht unbedingt schnell gelaufen war. Folglich hieß die Devise: Erstmal mit 5:00 min/km loslaufen und dann mal sehen, wie anstrengend sich das Ganze anfühlen würde.

Dummerweise kam ich am Rand des Starterfeldes ziemlich gut weg und befand mich ziemlich bald ungefähr in der zweiten Reihe, als ich versuchte mein Tempo zu finden, sprich – begann abzubremsen. Besonders erfolgreich war ich darin noch nie und so ging der erste Kilometer dann auch schon nach 4:28 zu Ende. Selbstverständlich konzentrierte ich mich sofort darauf noch langsamer zu werden doch irgendwie pendelte sich das Tempo bei etwa 4:50 ein. Na gut, das fühlte sich locker an und dann sollte es eben so sein.

Die Kilometer gingen vorbei wie im Flug, während ich von den ersten drei des Halbmarathons und der führenden Frau überholt wurde. Außerdem musste ich diversen Pferden, von denen einige sogar mit Kutschen gefesselt waren, ausweichen – offensichtlich hat es auch Vorteile, wenn eine dicke Schneedecke auf den Wegen liegt und die Tiere lieber im Stall bleiben.

Es ging langsam auf den einen Kilometer Mitteldeich zu und da ich wusste, dass dort immer starker Wind herrschte, schaute ich mich ein wenig nach Deckung um. Nach hinten war da allerdings nicht viel zu holen, da der nächste Läufer etwa 50 Meter hinter mir lief.  Vor mir lief allerdings die führende Frau und sich bei der im Windschatten zu verstecken, um sie später zu überholen, kann man ja auch nicht machen. Ich lief also schön versetzt neben ihr die ganze Zeit im Wind und wir beschleunigten noch etwas.

Ich hatte zwar kein Zeitziel mehr im Blick, aber ich versuche mir immer alle Rücken zu merken, die mich im Laufe des Wettkampfs überholen. Meistens laufe ich recht gleichmäßig oder sogar zum Ende hin schneller, so dass ich die meisten nach und nach wieder einsammeln kann – und so war es auch dieses Mal. Lediglich einer fehlte mir noch in meiner Sammlung und der lief bei Kilometer acht drei Positionen vor mir.

Etwa einen Kilometer vorm Ziel sammelte ich ihn dann ein, gewann noch ein paar Positionen und erreichte letztendlich mit genau 48 Minuten als Gesamtsechsundzwanzigster und Dritter meiner Altersklasse das Ziel. Ich bin fast ein wenig überrascht von der Zeit, da ich bei gefühlt gleich schlechtem Trainingsstand und nicht gerade größter Anstrengung immerhin zwei Minuten schneller war als beim letzten Mal. Das lässt doch für den Sommer hoffen.

Insgesamt war der diesjährige Silvesterlauf wieder sehr schön – schade, dass es der letzte war, der von Harald Peplau organisiert worden ist und sich momentan meines Wissens noch keiner für die Organisation im nächsten Jahr gefunden hat. Bis auf meine verlorene Startnummer lief alles wieder sehr glatt und die Atmosphäre war sehr familiär. Zuschauermäßig ist die Wisch natürlich nicht gerade ideal, doch es finden sich immer wieder auch weit entfernt von der Stadt vereinzelt applaudierende Menschen. Ich finde den Lauf jedenfalls klasse und würde nächstes Jahr auch wieder kommen.

Kategorien:Wettkampf
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