Verfasst von: andre396 | 20. Januar 2010

Leserbrief

Im folgenden kopier ich einfach mal einen Leserbrief von mir hier rein, der heute in der Lokalzeitung veröffentlicht wurde:

“Wenn die Straßenräumung 600€ kostet

Überall im Stadtgebiet sind sie derzeit zu finden; unüberhörbar vor allem für Autofahrer; jede Fahrt auf Hauptverkehrsstraßen wird von ihren Aufschlägen auf der Karosserie begleitet: Kieselsteine.
Obwohl es gemeinhin als unvernünftig gilt, als Autofahrer eine geräumte und gestreute Fahrbahn zu verlassen, um sich stattdessen auf schneeglatten Spuren fortzubewegen, musste man sich in den letzten Tagen nicht allzu lange auf Nordenhams Straßen aufhalten, um so etwas beobachten zu können.

Beunruhigt durch mögliche Lackschäden, die durch aufgewirbelte Steine verursacht werden könnten, wählten viele Fahrzeugführer, wo immer dies möglich war, lieber eine Alternative, die die Haftung der Winterreifen statt der Haltbarkeit von Karosserie und Scheiben auf die Probe stellte. Deshalb entschieden sie sich, den Kieseln, die verteilt wurden, um die Sicherheit im Straßenverkehr trotz Streusalzknappheit zu gewährleisten, lieber auszuweichen. Somit verfehlten diese ihre Wirkung größtenteils, obwohl sie natürlich durchaus ein Gegenmittel gegen die Straßenglätte darstellen. Aufgrund ihrer Größe sind sie allerdings gänzlich ungeeignet, auf den Straßen eingesetzt zu werden.

Leider hat man als Autofahrer nicht immer eine solche Auswahl, was die Beschaffenheit der Straßenoberfläche angeht und muss sein Fahrzeug daher zeitweilig dem Beschuss, der von den Reifen der Vorherfahrenden ausgeht, aussetzen. Mittlerweile weiß ich aus eigener Erfahrung, dass dies nicht alle Autos schadensfrei überstehen.

In meinem Fall ist die Windschutzscheibe nun um einen Riss reicher, dessen Ausbesserung bereits auf 600€ veranschlagt wurde und sich somit, vor allem für mich als Studenten, nicht im Bereich eines kleinen Schadens bewegt. Ausgehend davon, dass es sich hierbei mit ziemlicher Sicherheit um keinen Einzelfall handelt, möchte ich die Stadt Nordenham exemplarisch für viele andere Städte und Landkreise daran erinnern, dass es durchaus möglich ist, sich auf den Winter vorzubereiten. In diesem Fall wäre es zum Beispiel mit Sicherheit möglich, im Laufe des Jahres für so viel Streusalz zu sorgen, dass nicht bereits nach einer Woche Schneefall ein Mangel auftritt.

Natürlich möchte ich keinesfalls die Räumung der Straßen generell kritisieren, da ich im Gegenteil sehr froh darüber bin, dass viele Arbeiter hier bereits auf den Beinen sind, während alle anderen noch schlafen, nur um für saubere Fahrbahnen zu sorgen, jedoch bitte ich darum, für diese Menschen alle Vorraussetzungen zu schaffen, dass sie ihre Arbeit ausüben können, ohne das dies mit Ärger bei den Autofahrern verbunden ist.”

Verfasst von: andre396 | 10. Januar 2010

Auswirkungen der kleinen Depression 2008 – 2012

“Oh nein, jetzt kann er schon in die Zukunft sehen” – Nein, das kann er nicht wirklich; mehr hypothetisch und das auch gar nicht selbst. Aber genug verwirrt…ich lese momentan nur den Roman “Limit” von Frank Schätzing. Es ist bisher eindeutig auf dem Niveau seines Bestsellers “Der Schwarm” und spielt im Jahre 2025. Damit verbunden sind natürlich teils sarkastische und humorvolle Rückblicke auf unsere derzeitige Gegenwart. Unter anderem eben auf jene “kleine Depression”. Es ist unheimlich spannend zu lesen, wie sich der Autor die Entwicklung der Welt in den nächsten fünfzehn Jahren vorstellt und ich bin mir ziemlich sicher, dass einige seiner Vorhersagen tatsächlich zutreffen könnten.

Nun aber zum eigentlichen Thema – die Wirtschaftskrise. Bisher bin ich davon als Student eher weniger berührt worden, doch jetzt ist es auch für mich so weit. Vom 01. Februar bis 05. April wird nämlich das Hallenbad in meiner Heimatstadt zur Renovierung geschlossen.

Falls ihr jetzt verzweifelt nach einem Zusammenhang zwischen den beiden Dingen sucht – es gibt einen, wenngleich er nicht einfach zu finden ist ;)

Und zwar sollte die Sanierung eigentlich in die Sommerferien fallen, in denen das Hallenbad sowieso geschlossen hat und durch das Freibad ersetzt wird. Dies ist jedoch nicht möglich, da in diesen sechs Wochen keine Handwerkerfirma zu einem vernünftigen Tarif Zeit für die Arbeiten hat. Diese werden nämlich alle bereits von verschiedenen Projekten, die durch das Konjunkturprogramm II angestoßen wurden, eingespannt.

Damit wäre der Zusammenhang hergestellt ;) Ändert zwar nichts daran, dass ich während meiner Semesterferien, die passenderweise vom 06.02. bis zum 05.04. dauern, nicht wie gehofft, viel trainieren kann, aber so kann man die Schuld dafür wenigstens ein paar amerikanischen Bankern in die Schuhe schieben. Hilft natürlich gegen das Problem auch nicht wirklich, ist jedoch immerhin ein wenig befreiend.

Nebenbei habe ich gestern erfahren, dass sich meine Wettkampfplanung immerhin zehn Tage lang gehalten hat. Den Citylauf in Nordenham werde ich nämlich streichen müssen, da es ihn schlichtweg einfach nicht mehr gibt. Ich finde es schon ein bisschen traurig, dass der Lauf ausfällt, nur weil der bisherige Organisator aufgehört hat. Ich hatte eigentlich gedacht, dass sich ein Nachfolger für ihn finden wird.

Stattdessen heißt von nun an der Weserlauf City-Weserlauf. Ich bin sehr gespannt, ob sich dadurch etwas an der Organisation ändern wird und beobachte den Lauf weiterhin.

P.S. So langsam habe ich wirklich genug vom Winter. Verschneite Straßen sind ja wirklich schön anzusehen, aber für jemanden, der sich gerne draußen auffällt, ist das Wetter nicht gerade angenehm. Immerhin kam ich schon mit leichten Erfrierungen am Unterarm zurück nach Hause und habe bei einem Spaziergang trotz Hose, Pullover, Socken und Handschuhen in jeweils zweimaliger Ausführung gefroren. Ich bin offensichtlich nicht für den Winter gemacht worden, aber werde mich trotzdem gleich nach draußen schlagen. Mal sehen wie viele von den geplanten 20 Kilometern ich dort hinter mich bringen kann.

Verfasst von: andre396 | 5. Januar 2010

Ausblick auf 2010

Nachdem ich mich heute mal wieder bei Minusgraden über verschneite Feldwege gekämpft habe, denke ich es ist eine gute Zeit einen kleinen Ausblick auf das Laufjahr 2010 zu werfen. Ein wenig zusätzlich Motivation kann schließlich nie schaden und ich bin gespannt, was von meinen Vorhaben im Laufe der nächsten zwölf Monate noch übrig bleiben wird.

An allererster Stelle steht erst einmal das Jahr verletzungsfrei zu überstehen. Wenn ich das schaffe, plane ich für dieses Jahr viele Wettkämpfe zu laufen, da ich festgestellt habe, wie viel Spaß mir diese bereiten und wie hilfreich es ist, auf ein naheliegendes Ziel hinzutrainieren.

Fest stehen bisher jedoch nur zwei Termine – natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass ich dazwischen nicht mal wieder zum Schwimmbaddauerbesuche werde ;) (immerhin ist das Vareler Hallenbad deutlich besser, als das von Nordenham…) – und zwar der Marathon in Hannover am 02.05. und der OLB – E.on -10km  Lauf in Brake.

Hannover habe ich ausgewählt, da er die beste Kombination aus Nähe, Kosten und einem guten Termin liefert. Hamburg wäre zwar auch reizvoll, aber leider viel zu teuer für meinen Geschmack.

Die Gründe für den 10Km Lauf im September liegen bereits hier im Blog verborgen, also belass ich es mal bei der Ankündigung und fordere hiermit alle interessierten zu einer kleinen Suche auf (ich hoffe mal, das fällt jetzt nicht als Versuch die Statistiken aufzubessern, auf).

So, das wars für dieses Jahr hoffentlich noch nicht, deshalb habe ich noch eine kleine Tabelle mit Läufen, an denen ich gerne teilnehmen würde, wenn sie sich irgendwie in meinem Zeitplan integrieren lassen.

  • Februar:
    • Crosslauf im Seenpark Nordenham
  • März:
  • April:
    • Cuxhaven Halbmarathon
  • Mai:
    • Seemeile Bremerhaven
    • Marathon Hannover
    • Gorch-Fock Marathon WHV (10 Km)
  • Juni:
    • Dangaster Deichlauf
    • Citylauf Nordenham
  • Juli:
    • Halbmarathon Bremerhaven
  • August:
    • Weserlauf Nordenham (5 km)
  • September:
    • 10 km Lauf Brake
    • Halbmarathon Bremen
  • Oktober:
    • OSC Halbmarathon Bremerhaven
  • November:
    • Marathon Oldenburg
  • Dezember:
    • Vorsilvesterlauf Bremerhaven
    • Silvesterlauf Nordenham
Verfasst von: andre396 | 3. Januar 2010

Jahresrückblick 2009

Das Jahr ist mal wieder rum und es wird Zeit für einen kleinen statistischen Rückblick – natürlich erstmal nur rein sportlich betrachtet. Es war schon ein komisches Jahr. Zum Einen ist dort zwar mein erster absolvierter Marathonlauf, aber zum anderen gab es insgesamt etwa drei Monate, in denen ich überhaupt nicht laufen konnte. Von daher weiß ich noch nicht, ob ich wirklich zufrieden sein sollte oder nicht.

Ich nehme auf jeden Fall die Erkenntnis mit, dass ich deutlich besser auf meinen Körper hören muss, um eine Saison ohne Verletzungen zu überstehen. Außerdem habe ich erkannt, dass es hin und wieder sehr viel Spaß macht, nicht alleine zu Wettkämpfen zu reisen, sondern die Zeit dort mit Freunden oder der eigenen Freundin zu verbringen. Bisher habe ich es noch nicht geschafft auch während der Läufe Gesellschaft zu haben, aber wer weiß was 2010 da für mich bereithält.

Außerdem kann ich aus dem Jahre 2010 zwei neue Bestzeiten, nämlich über 5Km und über die Marathonstrecke mitnehmen. Das ist beides nicht verwunderlich, da es jeweils meien ersten Starts auf diesen Strecken waren. Froh macht mich dennoch, dass ich wider Erwarten durchaus Spaß an den kurzen 5Km Läufen gefunden habe und deshalb in 2010 sicher noch einige hinzufügen werde.

Jetzt jedoch erstmal zu den Zahlen von 2009 im Vergleich zum Vorjahr:

  • 339h16m09s (2008: 326h37m50s)
    • Nicht eingerechnet hier sind 4 Stunden in der Woche Krafttraining zum Ausgleich
  • 1798 gelaufene Kilometer (2195km) in 182 (182) Einheiten
    • Zu meiner eigenen Überraschung war ich genauso oft Laufen wie in 2008, aber die einzelnen Einheiten waren aufgrund der vielen Verletzungen deutlich kürzer
  • 5776Km (4986) auf dem Fahrrad
    • Diese Zahl wurde bedeutend größer, obwohl ich zur Jahresmitte aufgehört habe, die Kilometer auf dem Heimtrainer mitzuzählen, was natürlich daran liegt, dass Radfahren sich als ideales Ausgleichstraining für Fuß-, Hüft- und Kniekranke eignet ;) (..wenn man das so liest, muss man mich ja fast für einen Krüppel halten…)
  • 140,9Km (54,4)  im Wasser
    • Fürs Schwimmen gilt natürlich das gleiche wie fürs Radfahren. Es ist ideal, wenn man nicht Laufen kann, aber seine Sportsucht trotzdem ausleben möchte ;)

Mehr sinnvolles fällt mir für das Jahr 2009 nicht mehr ein, deshalb mach ich hier erstmal Schluss und melde mich als nächstes mit einem Ausblick auf das Jahr 2010 zurück.

P.S. ein paar nutzlose Statistiken bezogen auf das Laufen habe ich noch:

  • Durchschnittliches Tempo: 5:23,49  (5:23,05)
  • Durchschnittliche Herzfrequenz: 157,92 (161,86)
  • 116.528 verbrannte Kalorien
  • Durchschnittlich 9,9Km pro Einheit
  • Durchschnittlich 49min24sek pro Einheit
Verfasst von: andre396 | 3. Januar 2010

Ehrgeiz, Schnee und Ostwind – Silvesterlauf offiziell

Erstmal wünsch ich allen, die sich hier abundan hin verlieren ein frohes neues Jahr 2010. Schreibt sich irgendwie doch komisch diese Zahl. Außerdem ist heute schon der 03. Januar und ich habe das Gefühl, dass auch die nächsten 362 Tage nur so dahinfliegen werden…

Die Überschrift oben stammt aus dem Artikel der Kreiszeitung Wesermarsch über den Silvesterlauf und beschreibt den Lauf eigentlich ziemlich gut. Ostwind galt zwar nur für den Stadtbereich – auf dem Land kam er eindeutig aus dem Norden – aber als Reporter hätte ich mich auch nicht zu den ganzen Verrückten auf die Laufstrecke getraut, um das zu überprüfen ;)

209 Starter gab es in diesem (wobei es in Wahrheit schon das letzte ist) Jahr – ungefähr 150 weniger als bei der letzten Ausgabe. So fehlten auch auf meiner 10Km Distanz im Vergleich 50 Läufer, was dazu führte, dass ich mich in der Gesamtwertung von Platz 44 auf Platz 18 vorarbeiten konnte. Außerdem bin ich mal wieder Stadtmeister der männllichen Jugend A – mangels Konkurrenz natürlich ;)

Offensichtlich habe ich darüber hinaus meine Stoppuhr zu spät gestoppt. Die offizielle Ergebnisliste verkündet nämlich eine Zeit von 49:54 für mich. Nicht, dass die Sekunden bei diesem Lauf irgendeine Rolle spielten, aber man will ja korrekt bleiben ;)

Verfasst von: andre396 | 31. Dezember 2009

23. Silvesterlauf Nordenham – schlimmer geht’s immer

Starker Wind, Schnee auf den Straßen, aber immerhin ganze zehn Grad wärmer als im letzten Jahr – es herrschten also ideale Bedingungen für einen sportlichen Jahresausklang. Ich hatte mir für diesen den 23. Silvesterlauf in Nordenham vorgenommen. Hier war ich bereits im letzten Jahr angetreten und fand die Bedingungen ideal. Abgesehen von den -8°C war die Strecke sehr schön (zumal ich sie nach meinem Umzug nur noch selten belaufe) und der Lauf an sich war gut organisiert. Darüber hinaus stehen bei Silvesterläufen ja immer Geselligkeit und Unterhaltung vor, nach und manchmal sogar während des Laufs im Vordergrund.

Ich fuhr also zunächst mit dem Fahrrad durch gut 3cm Neuschnee, um meine Startnummer abzuholen – 812, und damit die gleiche wie im Vorjahr – und fuhr dann wieder nach Hause um mich umzuziehen.

Gewohnt pünktlich erreichte ich die Startlinie um 11.13 Uhr und damit sogar noch zwei Minuten bevor der Startschuss fallen sollte. Ich glaube das Läuferfeld in diesem Jahr war doch etwas kleiner als im letzten, aber offizielle Zahlen habe ich noch nicht. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn einige lieber das warme Sofa vorgezogen hätten ;)

Ich hatte mir für heute einen Trainingslauf vorgenommen. Obwohl meine 10Km Bestzeit aus dem Silvesterlauf im letzten Jahr stammt, habe ich mittlerweile eingesehen, dass Bestzeitenjagd bei Schnee und Eis nicht ganz so sinnvoll ist. Mal ganz abgesehen davon, dass ich gerade erst aus dem Winterschlaf komme und deshalb sowieso noch nicht ganz in Form bin ;) – heute sollten es also 10Km in unter 50 Minuten werden. Mehr oder weniger entspannt und mit viel Spaß.

Nach dem Startschuss zog sich das Feld sehr ruhig auseinander. Es hatten sich offensichtlich viele dafür entschieden, der Vernunft den Vortritt zu lassen und das Rennen sehr locker zu beginnen, obwohl die ersten zwei Kilometer der Strecke vorbildlich vom Schnee befreit und gestreut waren. Ich reihte mich hinter einem Läufer ein, den ich noch aus dem letzten Jahr kannte (damals lief er die ganze Zeit hinter mir her und ließ sich ziehen) und stoppte die ersten beiden Kilometer jeweils in 4:49. Das war zwar eigentlich zu schnell, aber dafür, dass man Wettkämpfe immer zu schnell beginnt und wir starken Rückenwind hatten, war es ok.

Nun bogen die 5Km Läufer allerdings ab und ich durfte feststellen, dass man nur deren Strecke geräumt hatte. Ich selbst durfte mich nur durch eien Mischung von Schnee und Eis kämpfen und war bald einem kalten Seitenwind ausgesetzt. Nachdem ich gleich am Anfang fast lang auf der Straße gelegen hätte, nahm ich mir vor, von nun an etwas vorsichtiger zu laufen. Silvester und Neujahr im Krankenhaus und das Geschrei der ganzen Brandopfer anhören, musste ja nun auch nicht sein. Zumal ich ja schon im letzten Jahr die Feierlichkeiten im Bett verbracht hatte und durchaus der Meinung bin, dass es mal wieder an der Zeit wäre, das neue Jahr zu feiern.

So setzte ich also meinen Weg fort und versuchte dabei meinen Mitläufer immer zwischen mir und dem Wind zu halten. Zugegebenermaßen nicht ganz fair, aber unheimlich kraftsparend ;) Die guten Vorsätze waren allerdings vorbei, als wir eine 90° Kurve machten und von nun an genau gegen den Wind anliefen. An dieser Stelle versteckte ich meine Laufuhr unter der Kleidung und verabschiedete mich von jeglichen Zeitzielen, da das Laufen eine Qual wurde. Wir liefen nun nebeneinander, aber holten dabei zu meiner Verwunderung Läufer um Läufer ein. Diese bekamen jedoch dabei erstaunlicherweise immer neue Motivation und hängten sich an uns ran.

So sammelten wir bis Kilometer acht eine Gruppe von 7-8 Leuten ein und konnten jetzt wieder auf einen Streckenteil mit Rückenwind wechseln. Dummerweise hatte ich wohl offensichtlich die größten Kraftreserven und lief deshalb automatisch an der Spitze der Gruppe. Sozusagen in deren Windschatten. Ich mag Wind zwar eh nicht, aber von hinten wäre er doch ganz nett gewesen.

Vorsichtig packte ich meine Uhr mit meinen fast erfrorenen Fingern wieder aus und sah, dass ich nur 16 Sekunden hinter meinem 50 Minuten Plan zurücklag. Das reichte mir als Motivation die Gruppe weiterhin im 5er Tempo bis ins Ziel zuführen.

Naturgemäß erhöhte sich das Tempo je näher wir diesem kamen, da die Zielsprints langsam vorbereitet wurden. Ist natürlich kein Wunder, dass sich dieser Effekt in einer Gruppe noch erhöht, da jeder die anderen hinter sich lassen möchte. Ich entschied mich allerdings dafür, dass ich einen Lohn für die ganze Führungsarbeit verdient hatte und setzte mich deshalb im Zielsprint durch.

Hinter der Linie wurde noch kurz abgeklatscht und wir waren uns einig, dass wir noch nie einen Wettkampf bei so schlechten Bedingungen gelaufen waren (und ich war immerhin schon bei Platzregen unterwegs ;) ) und wir nicht gedacht hätten, dass es noch schlimmer werden könnte als im letzten Jahr.

Ich machte mich wegen der Kälte allerdings schnell auf den Rückweg nach Hause zu meiner warmen Dusche, in die ich es jedoch ohne Hilfe nicht geschafft hätte. Ich durfte nämlich feststellen, dass Schuhe aufbinden, mit gefrorenen Finger eine fast unlösbare Aufgabe ist ;)

In diesem Jahr gab es eien besonders schöne Medaille zur Erinnerung und ich bin mit meiner selbstgestoppten Zeit von 49:58min voll zufrieden. Es war zwar anstrengender als geplant, aber immerhin habe ich genau die Zielzeit erreicht.

Insgesamt muss ich sagen, dass mir die Tradition an Silvester den letzten Lauf des Jahres in einen Wettkampf zu verpacken immer besser gefällt, vor allem, wenn man diesen genießen möchte und nicht bitterernst angeht. Auch die Veranstaltung in Nordenham gefiel mir genauso gut, wie im letzten Jahr und es ist gut möglich, dass ich in 365 Tagen wieder hier am Start sein werde. Auch wenn bis dahin natürlich noch viel passieren kann – vor einem Jahr habe ich zum Beispiel noch nicht geahnt, dass ich heute nicht mehr in dieser Stadt leben würde.

Aber, und das ist das schöne im Leben: Es hält für dich immer Überraschungen bereit.

Bleibt nur zu hoffen, dass dabei die positiven überwiegen ;)

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr. Ich melde mich in den nächsten Tagen nochmal mit meinem Jahresrückblick auf 2009 und den offiziellen Zahlen vom heutigen Wettkampf.

Verfasst von: andre396 | 29. Dezember 2009

Heirantsanträge unter Fröschen und Drosseln

Klingt fast, als wäre ich neuerdings unter die Tierforscher gegangen – stattdessen war ich allerdings am 27.12. im Pier 2 in Bremen.

Dort spielten, wie es schon weihnachtliche Tradition ist, mal wieder Subway to Sally. Das war zwar mein mittlerweile drittes Konzert der Band innerhalb von anderthalb Jahren, aber die Auftritte sind immer wieder sehenswert. Dies sollte auch an diesem Sonntag so bleiben.

Nachdem ich gerade noch verhindern konnte, dass wir um 17.00 Uhr in Bremen ankommen, um dann in der Kälte rumzustehen, erreichten wir das Pier 2 gegen 18.50 Uhr, etwa zehn Minuten vor Einlassbeginn. Ich hatte mir mal vorgenommen, im Winter nicht mehr zu Konzerten zu gehen, weil man dann immer Schwierigkeiten hat, da man sich überlegen muss, ob man draußen ohne Jacke will frierin oder es zumindest für die ersten fünf Minuten etwas angenehm haben möchte, um sich dann drinnen mit dem sperrigen Kleidungsstück rumzuärgern. Für Subway to Sally gilt dies jedoch nicht, da man bei der Band auch ohne Probleme zwei Minuten vor der Vorband (persönlich ausgetestet ;) ) ankommen kann und trotzdem die Möglichkeit bekommt, weit vorne zu stehen.
So mussten wir also nur noch kurz frieren und konnten uns dann in der vierten Reihe aufstellen, um dort auf das Kommende zu warten.

Es begann pünktlich mit der Vorband Omega Lithium. Diese bestand aus einem sehr aufgeregt hampelnden Gitarristen, einer zierlichen blonden Sängerin, der man niemals die Mitgliedschaft in einer Metalband zutrauen würde, einem Schlagzeuger, den ich wegen eines Lockenkopfs vor mir dummerweise nicht sehen konnte und einem Bassisten, dessen Mimik sich von wütend, über sehr wütend, bis hin zu Zahnschmerzen erstreckte.
Die Band war allerdings gar nicht mal so schlecht und die Zeit verging relativ schnell. Ob ich sie nur gut fand, weil die bisherigen Vorbands meine Ansprüche etwas absenkten, lasse ich mal aus ;)

Gegen Viertel vor Neun hatte sich das Publikum bereits etwas verkleinert, da jemand auf der Tribüne von Sanitätern nach Hause gebracht werden musste, und Subway to Sally betraten die Bühne. Das Set in diesem Jahr entsprach genau der Tour von vor sechs Monaten, was leider auch bedeutete, dass dieser Konzertabend mit der Einspielung “Komm in meinen Schlaf” begann – es ist ein bisschen schade, dass die Konzerte mit so einem grausamen Moment beginnen müssen, aber dann hat man es wenigstens hinter sich.

Danach legte die Band auch sofort richtig los und spätestens beim vierten Titel “Knochenschiff” war die Stimmung gewohnt gut.

Das sollte sich jedoch in meinem näheren Umkreis schnell ändern. Nicht, dass die Band irgendwie abbaute – nein. Sie spielte weiter einen guten Mix mit viel Kreuzfeuer und einigen nicht wegzudenkenden Stücken wie “Unsterblich” und “Falscher Heiland”. Das Problem war viel mehr ein junger Mann, der sich vor dem Konzert offensichtlich ordentlich betrunken hatte und nun als Schnapsdrossel das Publikum beim Pogen terrorisierte. Er warf sich mit größter Wucht (genug Masse hatte er dafür auf jeden Fall) mit viel Anlauf von einer Seite auf die andere, um dort dann auf den Boden zu fallen, weil er sich nicht mehr aufrecht halten konnte. Sobald er wieder aufgerichtet wurde (natürlich half auch ich ihm, da ich zu dem Zeitpunkt noch den Vorsatz hatte, dass auch nervigste Menschen nicht unbedingt verletzt werden müssen), beschleunigte er erneut und erfreute die Zuschauer in einer anderen Himmelsrichtung.

So ging das bestimmt eine halbe Stunde, in der er sich auch nicht davon aufhalten ließ, dass er von mehreren Seiten beschimpft wurde. Mein Verlangen ihm einfach mitten ins Gesicht zu schlagen – nein, gewalttätig bin ich eigenltich nicht, aber so provoziert habe ich mich noch nie gefühlt – stieg immer weiter an, bis er ganz plötzlich verschwunden war und bis zum Ende des Konzerts nicht wieder auftauchte.

Unterdessen erlebte ich auf der Bühne noch einen Heiratsantrag zu den Klängen von “Kleid aus Rosen”. Laut Eric Fish wurde dieses Anliegen so penetrant an die Band herangetragen, dass man es einfach nicht ablehnen konnte ;)
Der Antrag zog sich ziemlich in die Länge (natürlich unterbrochen durch viel Applaus) und man sah der Band schon an, dass sie etwas ungeduldig wurde, bis sie endlich weiter spielen durfte.

In der Folge hatte Eric Fish jedoch ziemlich zu kämpfen. Er schien an diesem Abend krank gewesen zu sein und womöglich ließ die Wirkung seiner Medizin mittlerweile nach. So wurde der Gesang doch häufig von kleinerem Husten unterbrochen und einigen Ansagen wurden von den Bandkollegen erledigt. Dies tat der Stimmung jedoch genauso wenig Abbruch wie sein dreimal (von dreimal) verpasster Einsatz mit der Blockflöte und das Auslassen eines Liedes im Set.

Besonders hervorzuheben waren natürlich wiedermal die begleitenden Effekte. Nicht nur die Feuershow, die sich auf dem gleichen Niveau wie immer bewegte (dieses Mal allerdings noch ergänzt durch gelegentliches Feuerwerk und besonders helle Feuerstöße in absoluter Dunkelheit, die sich mehrere Sekunden auf die Netzhaut einbrannten), sondern auch andere Dinge, wie zum Beispiel herabfallende Schneeflocken bei “Eisblumen” gefielen mir und dem Rest des Publikums sehr gut.

So war ich mal wieder enttäuscht als die knapp zwei Stunden Konzert schon wieder vorbei waren. So machten wir uns wieder auf den Rückweg und ich freue mich bereits wieder auf das nächste Subway to Sally Konzert.

P.S. Die Zeit auf dem Rückweg konnten wir uns idealerweise damit vertreiben, jemanden aufzuziehen, der nur mitkam, da noch eine Karte übrig gewesen ist. Sein Musikgeschmack bewegt sich ansonsten eher zwischen Avril Lavigne und Techno, so dass er sich doch ein wenig wie in einer fremden Welt vorkam. Mal sehen, ob er nächstes Mal wieder dabei sein wird ;) – immerhin hat er sich noch eine Mütze vom Bandshop gekauft…

Verfasst von: andre396 | 19. Dezember 2009

Mein Leben mit der Deutschen Bahn

Heute gibt es mal wieder was von mir zu hören und es dreht sich außerdem mal nicht um den Sport. Nicht, dass ich mich völlig der Faulheit hingegeben hätte – hat sicher auch keiner von mir erwartet ;) Ich komm nur gerade frisch aus der Winterregeneration und dementsprechend gibt es nicht viel zu erzählen; abgesehen davon, dass 20Km nach so einer Ruhephase doch ziemlich weit sein können.

Für heute fällt mir allerdings doch noch etwas ein. Nachdem meine Freundin und ich gestern durch einige Schneeverwehungen mal wieder nach Nordenham in den Winter-(wochenend)urlaub gefahren waren, konnte ich heute morgen durch mindestens 5cm unberührten Schnee laufen. Unberührt nicht, weil ich so früh unterwegs war (tatsächlich war es etwa 11 Uhr), sondern weil sich bei den Temperaturen von -8°C ansonsten nicht sehr viele Menschen vor die Haustür gewagt hatten – und wenn, dann hatten sie sich mit einem Schneeschieber bewaffnet.
So lief ich heute also durch den Tiefschnee (ja, tief ist was anderes, aber hier liegt momentan mehr Schnee, als ich jemals gesehen habe ;) ). War eine interessante Erfahrung, vor allem, wenn es durch den Wald geht und man von den Wegen absolut gar nichts mehr sehen kann, sondern sich deren Verlauf ungefähr aus der Position der Sitzbänke ableiten musste.
Heute hat es mir zwar richtig Spaß gemacht, auch wenn Laufen auf Schnee doch etwas anstrengend ist, jedoch kann es meinetwegen jetzt so langsam wieder mit dem Frühling losgehen.

Eigentlich wollte ich aber von etwas ganz anderem berichten. Und zwar von meinem letzten Unitag vor den Weihnachtsferien…oder eben auch nicht…

Ich kämpfte mich frohen Mutes um halb acht mit meinem Fahrrad in Richtung Bahnhof. Unterwegs machte ich noch einen Abstecher an einer Packstation, an der ich die Technik erst einmal verfluchte. Warum hat noch niemand Touchscreens erfunden, bei denen man die dicken Handschuhe anbehalten konnte?

Mit schmerzenden Fingern erreichte ich den Zug gerade noch und erfreute mich an der Wärme. Bis Oldenburg war ich knapp aufgetaut und musste doch in den nächsten Zug umsteigen. Ich hätte sofort misstrauisch werden sollen, als dieser nicht planmäßig losfuhr, jedoch machte ich erstmal geduldig meine Übungen. Nach 10 Minuten kam jedoch die Durchsage, dass sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögere, da ein Toter im Gleis gefunden worden ist. Das errinnerte mich an den Artikel aus dem Stern, den ich zuletzt gelesen hatte – dort hieß es, dass sich die Suizidrate auf Bahnstrecken seit Robert Enke mehr als verdoppelt habe (7/Tag zu 15/Tag).

Völlig unerwartet fuhr mein Zug dann jedoch ohne weitere Ansage nach 20 Minuten weiter nach Hude. Verdächtig langsam zwar, aber er fuhr. Immerhin reichte es, um die nette Frau neben mir zu beruhigen, die sich pausenlos darüber echauffierte, (wo hab ich das Wort nur aufgeschnappt? – Falsch geschrieben ist es bestimmt auch noch) wie unzuverlässig die Deutsche Bahn sei.
Ok, zugegeben, daran, dass ich am Vortag eine Verspätung von 1h50min hatte, war die Bahn mit Sicherheit nicht ganz unschuldig, aber ihr die Schuld an einem Selbstmord zu geben, hielt ich dann doch für überzogen.

Optimistisch noch rechtzeitig an der Universität anzukommen, erreichte ich dann Hude. Zu meiner Freude stieg hier eine Horde von mit Sicherheit 50 kleinen Kindern in den Zug ein – natürlich ausgerechnet in mein Abteil. Glücklicherweise musste ich die dadurch entstandene Unruhe allerdings nicht lange ertragen. Kurze Zeit später wurde ich nämlich aufgefordert, zusammen mit allen anderen Fahrgästen den Zug zu verlassen, da die vorausliegende Bahnstrecke noch immer gesperrt sei. Immerhin sollten wir mit Bussen weiter nach Bremen gefahren werden.

Ich schminkte mir die erste Vorlesung damit schonmal ab, aber ich hatte ja noch mehr an diesem Tag. Ich hatte allerdings schon viele Berichte über Schienenersatzverkehr gelesen und so war ich nciht wirklich überrascht, dass dort auf dem Vorplatz ganze fünf Busse für über 500 Menschen gewartet haben. Die Rettung war jedoch nicht fern:
Kurze Zeit später erschien ein Meer von 5-6 Taxis, die den Rest der Wartenden nach Bremen fahren sollte…..

Damit war auch die zweite Vorlesung für heute für mich gestrichen und ich entschied mich zurück nach Varel zu fahren. Meine Geduld für den Tag war einfach aufgebraucht. Der Zug zurück fuhr auch etwa 10 Minuten später los und ich traf dort noch eine ehemalige Mitschülerin, mit der ich mich gut unterhalten konnte.

Leider machte der Zug auch wirklich nicht viel mehr als losfahren. Kurze Zeit später stand er nämlich schon wieder und eine nette Stimme verkündete, dass die vorausliegende Huntebrücke wegen des Schness gestört sei und nciht befahren werden könnte. Natürlich würden gerne Taxigutscheine für die Weiterreise ausgestellt.

Mittlerweile waren wir ja einigen Kummer gewöhnt und gingen nach vorne, um die in Aussicht gestellten Gutscheine abzuholen. Jetzt fehlte uns nur noch ein Taxi. Ärgerlicherweise waren die gerade alle zwischen Hude und Bremen unterwegs und unsere Anfragen blieben ohne Erfolg.

Dreißig Minuten später hatten wir endlich eins in Aussicht, aber dann konnte der Zug auch bereits weiterfahren. Völlig ohne Zwischenfälle erreichten wir Oldenburg und ich stellte mich darauf ein, eine Stunde auf meinen Anschlusszug warten zu dürfen. Ich wurde allerdings von einer Durchsage überrascht, die verkündete, dass ein Zug, der eigentlich vor 75 Minuten den Bahnhof hätte verlassen müssen, kurz vor der Einfahrt stünde. Und das Beste: er fuhr sogar zu mir nach Hause!

Die Fahrt verlief schon beinahe langweilig (5 Minuten Verspätung sind ja nicht erwähnenswert ;) ) und ich trat um 12.00 wieder durch meineHaustür.

Fazit: Von A nach A in 4,5 Stunden – der Bahn sei Dank.

Verfasst von: andre396 | 24. Oktober 2009

Auch eine lange Saison geht einmal zu Ende

Eigentlich hatte ich ja geplant, am 01.11. noch einen Halbmarathon in Oldenburg zu laufen. Allerdings hat mir die Universität einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Zugegebenermaßen ist mein Stundenplan doch ein wenig umfangreicher, als ich es mir erhofft hatte und auch die Bahnverbindung, dass ich schnell zu Hause wäre. (Jetzt einmal vorrausgesetzt sie fährt nach Fahrplan, was sie bisher erst zweimal geschafft hat)
Momentan gehe ich nämlich Mittwoch bis Freitag um 6.10 Uhr aus dem Haus und komme nicht vor 18.30 Uhr wieder dort an.
Ich muss mich jetzt erst einmal mit diesen neuen Umständen zurecht finden und habe deshalb meine Saisonabschlussregeneration auf diese Woche gelegt. Das bedeutet für mich eine komplette Woche gar kein Sport.
Allerdings kann so eine Woche ganz schön lang sein (was vielleicht auch mit ein Grund dafür ist, dass ich sie am Mittwoch begann und bereits am Sonntag beenden werde ;) )
Danach beginnt jedenfalls die Vorbereitung auf die nächste Saison. Dabei kann ich eigentlich immer meine Unruhe in der Regenerationswoche als Maß für meine Motivation in den nächsten Monaten anlegen. Geht es danach, sollte ich wahrscheinlich einen neuen Weltrekord aufstellen – ich kann nämlich einfach nicht mehr ruhig sitzen :P
Ich denke mal, die nächsten zwei Tage halte ich dennoch noch durch und berichte dann hier regelmäßig darüber, was in meinem Leben alles passiert. Als nächstes steht erstmal die Entscheidung an, in welcher Stadt ich im Frühjahr meinen Marathon laufen werde ;)

Jetzt gibts erstmal Mittagessen und ich überleg mir mal, womit man sich die Zeit vertreiben kann, ohne sich zu bewegen ;)

Verfasst von: andre396 | 11. Oktober 2009

Doppelt so lang heißt nicht doppelt so schwer

Schränke aufbauen, Lampen aufhängen, Wohnung putzen, Einkaufen, Tierarzt, Rathaus, Sicherungen wechseln – das hätte mir früher als Beschäftigung für mehrere Wochen ausgereicht. Jetzt habe ich es geschafft, das ganze in eine Woche zu quetschen und es nebenbei noch mit einem Umzug zu kombinieren und mit einer Grippe zu verfeinern. Alles in allem also beste Vorraussetzungen für einen schnellen 10Km Lauf am heutigen Sonntag.

Dazu bin ich früh morgens nach Bremerhaven gefahren, um hier am OSC Marathon teilzunehmen. Ich war relativ früh da und konnte so direkt vor dem Stadion parken, vor dem der Start erfolgen sollte. Schon der erste Blick zeigte mir, dass es sich um einen sehr familiären Lauf handelte. Hier kannte anscheinend jeder jeden – ok, ich kannte keinen, aber ich hatte wahrscheinlich auch die weiteste Anreise ;)

Ich holte mir meine Startnummer (und ein relativ einfaches Finisher-Shirt) ab und zog mich dann zurück, da ich noch etwa eine dreiviertel Stunde Zeit hatte. Dabei beobachtete ich die anderen Läufer und hörte mir ihre Geschichten an. Unter anderem über jemanden der letzten Sonntag und Mittwoch je einen Marathon lief und für heute nun sowohl für den 10 Kilometer-, als auch für den Marathonlauf gemeldet hatte. Dieses war möglich, da zwischen beiden Starts genau eine Stunde Abstand lag. Ist jedenfalls ganz interessant zu sehen, wohin eine Sportsucht führen kann ;)

Aber zurück zum Lauf: Beim Einlaufen fühlten sich meine Beine schon ziemlich schwer an und obwohl nach tagelangem Regen die Sonne hervorkam, war es mit 8° noch sehr kalt. Ich beschränkte mich deshalb auf einen Kilometer und ging dann rechtzeitig zum Start.

Hier mussten wir noch kurz auf einen stadtbekannten Nachzügler warten, der sich bei der Startzeit des Laufs versehen hatte. Sowas erlebt man auch nur bei den kleinen Läufen.

Ich machte mich mit etwa 40 anderen Läufern auf den ersten Kilometer. Geplant war eine Zielzeit von 45:xx. Das bedeutete eine Kilometerzeit von 4:36, welche ich auf dem ersten Kilometer auch sehr genau traf. Ebenso gelang es mir mit den Kilometern zwei und drei, die ebenfalls genau im Plan waren.

Insgesamt lief es allerdings wirklich nicht rund. Dennoch absolvierte ich den vierten Kilometer in 4:24 – anscheinend bin ich zu viele 5 Km Läufe in den letzten Wochen gelaufen und hatte vergessen, dass es noch ein klein wenig zu früh war, den Zielsprint einzuläuten.

Den nächsten Kilometer, und damit den letzten unbekannten, lief ich dann wieder genau in meiner Zielzeit. Es sollte heute nämlich über zwei Runden gehen – meiner Meinung nach eine gerade noch vertretbare Anzahl, vor allem da die Strecke sehr abwechslungsreich über Asphaltwege, Straßen und den Bürgerpark verlief. Etwaige Hamsterassoziationen stellten sich dieses Mal jedenfalls nicht ein.

Jedoch hatte ich zu Beginn der zweiten Runde stark zu kämpfen und musste der Erkältung Tribut zollen. Meine Kilometerzeit lag nun nur noch bei 4:45 und ich schloss mit diesem Wettkampf innerlich ab. Eine neue Bestzeit würde es heute nicht mehr werden, also wollte ich den Lauf als Training für meine weiteren Ziele mitnehmen. Ich schaute nicht mehr auf die Uhr und lief einfach nach Belastungsgefühl weiter. Dabei kämpfte ich mich Schritt für Schritt an den Läufer vor mir heran.

Überholt habe ich ihn letztendlich etwa bei Kilometer 7 und konnte bis im Ziel vor ihm bleiben. Überhaupt mache ich mir langsam Sorgen. Ich wurde schon wieder nicht ein einziges Mal überholt. Ich hoffe mal, dass man das noch immer mit guter Laufeinteilung erklären kann und es nicht daran liegt, dass meine Konkurrenten mir lieber nicht allzu nahe kommen möchten ;)

Mittlerweile lief es wieder deutlich leichter aber noch immer am Limit und ich war mir sicher, deutlich langsamer geworden zu sein. Kurz vor dem Ziel ging es noch einmal über eine Straßenüberführung und dann wieder hinunter ins Ziel. Etwa zehn Meter davor schaute ich auf meine Uhr und stellte überrascht fest, dass meine Bestzeit gerade in dem Moment erst ablief. Gestoppt wurde ich letztendlich mit 4:15. Ich war also ganz und gar nicht langsamer, sondern sogar wieder schneller geworden. Im Nachhinein ist es etwas ärgerlich, die Bestzeit so knapp verpasst zu haben, aber mehr war heute wahrscheinlich nicht drin.

Im Zielbereich schnappte ich mir noch drei Wasserbecher und ging dann zum Duschen. Diese waren sehr sauber und es gab sogar warmes Wasser – auch das hatte ich in Bremerhaven ja schon anders erlebt. Danach wollte ich mich auf den Weg zur Zielverpflegung machen, um noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Jedoch musste ich draußen feststellen, dass schon alles abgebaut und für den Marathon vorbereitet worden war.

Ein Zielbereich für die 10 Kilometerläufer war offensichtlich gar nicht vorgesehen und so musste ich mich an den Bananen der Marathonläufer vergreifen.

Später warf ich noch einen Blick auf die Ergebnisliste und stellte fest, dass ich insgesamt auf dem neunten Platz gelandet war und meine Altersklasse gewonnen hatte. Eine Siegerehrung sollte es offensichtlich aber nicht geben, weshalb ich mich schnell auf den Weg nach Hause machte.

Fazit: Ein sehr schöner zehn Kilometerlauf mit einer abwechslungsreichen Strecke, trotz der zwei Runden. Allerdings sorgt das familiäre Umfeld mit wenigen Teilnehmern teilweise für ein bisschen Einsamkeit auf der Strecke. Außerdem hätte es nicht geschadet im Start- und Zielbereich einige wenige Schilder aufzubauen, auf denen etwas über den Ablauf der Veranstaltung zu lesen ist oder wohin man sich nach dem Zieleinlauf zu begeben hatte.

Jetzt habe ich für diese Saison nur noch ein Ziel und verabschiede mich danach dann in die Winterregeneration – die ideale Zeit, um die nächste Saison zu planen ;) Ein Termin steht ja immerhin schonmal fest.

P.S. Falls sich jemand fragt, wie erfolgreich der oben erwähnte Läufer abgeschnitten hat: Nach dem zehn Kilometerlauf ist er zusammengebrochen. Hat sich zwar schnell erholt, aber dann doch lieber auf den Marathon verzichtet.

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