Andre396's Blog

Vom Krallenfrosch zum Marathon

Auch eine lange Saison geht einmal zu Ende

Verfasst von andre396 am 24. Oktober 2009

Eigentlich hatte ich ja geplant, am 01.11. noch einen Halbmarathon in Oldenburg zu laufen. Allerdings hat mir die Universität einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Zugegebenermaßen ist mein Stundenplan doch ein wenig umfangreicher, als ich es mir erhofft hatte und auch die Bahnverbindung, dass ich schnell zu Hause wäre. (Jetzt einmal vorrausgesetzt sie fährt nach Fahrplan, was sie bisher erst zweimal geschafft hat)
Momentan gehe ich nämlich Mittwoch bis Freitag um 6.10 Uhr aus dem Haus und komme nicht vor 18.30 Uhr wieder dort an.
Ich muss mich jetzt erst einmal mit diesen neuen Umständen zurecht finden und habe deshalb meine Saisonabschlussregeneration auf diese Woche gelegt. Das bedeutet für mich eine komplette Woche gar kein Sport.
Allerdings kann so eine Woche ganz schön lang sein (was vielleicht auch mit ein Grund dafür ist, dass ich sie am Mittwoch begann und bereits am Sonntag beenden werde ;) )
Danach beginnt jedenfalls die Vorbereitung auf die nächste Saison. Dabei kann ich eigentlich immer meine Unruhe in der Regenerationswoche als Maß für meine Motivation in den nächsten Monaten anlegen. Geht es danach, sollte ich wahrscheinlich einen neuen Weltrekord aufstellen – ich kann nämlich einfach nicht mehr ruhig sitzen :P
Ich denke mal, die nächsten zwei Tage halte ich dennoch noch durch und berichte dann hier regelmäßig darüber, was in meinem Leben alles passiert. Als nächstes steht erstmal die Entscheidung an, in welcher Stadt ich im Frühjahr meinen Marathon laufen werde ;)

Jetzt gibts erstmal Mittagessen und ich überleg mir mal, womit man sich die Zeit vertreiben kann, ohne sich zu bewegen ;)

Veröffentlicht in Sport | Verschlagwortet mit : | Kommentar schreiben »

Doppelt so lang heißt nicht doppelt so schwer

Verfasst von andre396 am 11. Oktober 2009

Schränke aufbauen, Lampen aufhängen, Wohnung putzen, Einkaufen, Tierarzt, Rathaus, Sicherungen wechseln – das hätte mir früher als Beschäftigung für mehrere Wochen ausgereicht. Jetzt habe ich es geschafft, das ganze in eine Woche zu quetschen und es nebenbei noch mit einem Umzug zu kombinieren und mit einer Grippe zu verfeinern. Alles in allem also beste Vorraussetzungen für einen schnellen 10Km Lauf am heutigen Sonntag.

Dazu bin ich früh morgens nach Bremerhaven gefahren, um hier am OSC Marathon teilzunehmen. Ich war relativ früh da und konnte so direkt vor dem Stadion parken, vor dem der Start erfolgen sollte. Schon der erste Blick zeigte mir, dass es sich um einen sehr familiären Lauf handelte. Hier kannte anscheinend jeder jeden – ok, ich kannte keinen, aber ich hatte wahrscheinlich auch die weiteste Anreise ;)

Ich holte mir meine Startnummer (und ein relativ einfaches Finisher-Shirt) ab und zog mich dann zurück, da ich noch etwa eine dreiviertel Stunde Zeit hatte. Dabei beobachtete ich die anderen Läufer und hörte mir ihre Geschichten an. Unter anderem über jemanden der letzten Sonntag und Mittwoch je einen Marathon lief und für heute nun sowohl für den 10 Kilometer-, als auch für den Marathonlauf gemeldet hatte. Dieses war möglich, da zwischen beiden Starts genau eine Stunde Abstand lag. Ist jedenfalls ganz interessant zu sehen, wohin eine Sportsucht führen kann ;)

Aber zurück zum Lauf: Beim Einlaufen fühlten sich meine Beine schon ziemlich schwer an und obwohl nach tagelangem Regen die Sonne hervorkam, war es mit 8° noch sehr kalt. Ich beschränkte mich deshalb auf einen Kilometer und ging dann rechtzeitig zum Start.

Hier mussten wir noch kurz auf einen stadtbekannten Nachzügler warten, der sich bei der Startzeit des Laufs versehen hatte. Sowas erlebt man auch nur bei den kleinen Läufen.

Ich machte mich mit etwa 40 anderen Läufern auf den ersten Kilometer. Geplant war eine Zielzeit von 45:xx. Das bedeutete eine Kilometerzeit von 4:36, welche ich auf dem ersten Kilometer auch sehr genau traf. Ebenso gelang es mir mit den Kilometern zwei und drei, die ebenfalls genau im Plan waren.

Insgesamt lief es allerdings wirklich nicht rund. Dennoch absolvierte ich den vierten Kilometer in 4:24 – anscheinend bin ich zu viele 5 Km Läufe in den letzten Wochen gelaufen und hatte vergessen, dass es noch ein klein wenig zu früh war, den Zielsprint einzuläuten.

Den nächsten Kilometer, und damit den letzten unbekannten, lief ich dann wieder genau in meiner Zielzeit. Es sollte heute nämlich über zwei Runden gehen – meiner Meinung nach eine gerade noch vertretbare Anzahl, vor allem da die Strecke sehr abwechslungsreich über Asphaltwege, Straßen und den Bürgerpark verlief. Etwaige Hamsterassoziationen stellten sich dieses Mal jedenfalls nicht ein.

Jedoch hatte ich zu Beginn der zweiten Runde stark zu kämpfen und musste der Erkältung Tribut zollen. Meine Kilometerzeit lag nun nur noch bei 4:45 und ich schloss mit diesem Wettkampf innerlich ab. Eine neue Bestzeit würde es heute nicht mehr werden, also wollte ich den Lauf als Training für meine weiteren Ziele mitnehmen. Ich schaute nicht mehr auf die Uhr und lief einfach nach Belastungsgefühl weiter. Dabei kämpfte ich mich Schritt für Schritt an den Läufer vor mir heran.

Überholt habe ich ihn letztendlich etwa bei Kilometer 7 und konnte bis im Ziel vor ihm bleiben. Überhaupt mache ich mir langsam Sorgen. Ich wurde schon wieder nicht ein einziges Mal überholt. Ich hoffe mal, dass man das noch immer mit guter Laufeinteilung erklären kann und es nicht daran liegt, dass meine Konkurrenten mir lieber nicht allzu nahe kommen möchten ;)

Mittlerweile lief es wieder deutlich leichter aber noch immer am Limit und ich war mir sicher, deutlich langsamer geworden zu sein. Kurz vor dem Ziel ging es noch einmal über eine Straßenüberführung und dann wieder hinunter ins Ziel. Etwa zehn Meter davor schaute ich auf meine Uhr und stellte überrascht fest, dass meine Bestzeit gerade in dem Moment erst ablief. Gestoppt wurde ich letztendlich mit 4:15. Ich war also ganz und gar nicht langsamer, sondern sogar wieder schneller geworden. Im Nachhinein ist es etwas ärgerlich, die Bestzeit so knapp verpasst zu haben, aber mehr war heute wahrscheinlich nicht drin.

Im Zielbereich schnappte ich mir noch drei Wasserbecher und ging dann zum Duschen. Diese waren sehr sauber und es gab sogar warmes Wasser – auch das hatte ich in Bremerhaven ja schon anders erlebt. Danach wollte ich mich auf den Weg zur Zielverpflegung machen, um noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Jedoch musste ich draußen feststellen, dass schon alles abgebaut und für den Marathon vorbereitet worden war.

Ein Zielbereich für die 10 Kilometerläufer war offensichtlich gar nicht vorgesehen und so musste ich mich an den Bananen der Marathonläufer vergreifen.

Später warf ich noch einen Blick auf die Ergebnisliste und stellte fest, dass ich insgesamt auf dem neunten Platz gelandet war und meine Altersklasse gewonnen hatte. Eine Siegerehrung sollte es offensichtlich aber nicht geben, weshalb ich mich schnell auf den Weg nach Hause machte.

Fazit: Ein sehr schöner zehn Kilometerlauf mit einer abwechslungsreichen Strecke, trotz der zwei Runden. Allerdings sorgt das familiäre Umfeld mit wenigen Teilnehmern teilweise für ein bisschen Einsamkeit auf der Strecke. Außerdem hätte es nicht geschadet im Start- und Zielbereich einige wenige Schilder aufzubauen, auf denen etwas über den Ablauf der Veranstaltung zu lesen ist oder wohin man sich nach dem Zieleinlauf zu begeben hatte.

Jetzt habe ich für diese Saison nur noch ein Ziel und verabschiede mich danach dann in die Winterregeneration – die ideale Zeit, um die nächste Saison zu planen ;) Ein Termin steht ja immerhin schonmal fest.

P.S. Falls sich jemand fragt, wie erfolgreich der oben erwähnte Läufer abgeschnitten hat: Nach dem zehn Kilometerlauf ist er zusammengebrochen. Hat sich zwar schnell erholt, aber dann doch lieber auf den Marathon verzichtet.

Veröffentlicht in Sport | 1 Kommentar »

Ein großes Ziel…in kleine Fetzen zerrissen…

Verfasst von andre396 am 25. September 2009

Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich im Sportunterricht ausgelacht wurde. Vor allem wenn es darum ging, die Prüfungen für das Sportabzeichen abzulegen. Aus diesem Grund hatte ich mir für dieses Jahr das große Ziel gesetzt, mir persönlich zu beweisen, dass mein Lebenswandel dazu geführt hat, dass ich nun alle Anforderungen erfüllen kann.
Bis auf das Springen funktionierte das auch wunderbar, doch weder im Hochsprung, noch im Weitsprung war ich dieses Jahr annähernd trainiert genug. Glücklicherweise gibt es in dieser Kategorie noch die Alternative über ein 1,20m hohes Pferd zu springen. Springen mit Abstützen auf den Händen – das klang sogar für mich machbar.
Heute war es dann so weit – und die Übung ist wirklich so leicht, wie sie klingt. Also alles wunderbar, oder? Sportabzeichen bestanden – Ziel erreicht!
Einen kleinen Haken gibt es allerdings: Mein Prüfungszettel liegt zerrissen vor mir! Ein solches Sportabzeichen möchte ich nicht. Ich möchte eines, von dem ich weiß, dass ich in all den Sportarten, in denen ich früher ausgelacht wurde, gut genug gewesen bin. Das heißt für mich: Ein Sportabzeichen mit Hochsprung oder gar keins!
Ich werde also im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Es wäre für einige Leser wahrscheinlich ein Leichtes die Anforderungen zu erfüllen, aber ich war dieses Jahr noch nicht ganz so weit. Es mag auch sonderbar zu lesen sein, welche Bedeutung ich dieser Urkunde beimesse, jedoch ist deren Symbolwert als Zeichen für meinen Lebenswandel, seit dem ich mich so viel besser fühle, für mich einfach unheimlich hoch.

Veröffentlicht in Leben, Sport | 2 Kommentare »

5Km machen mehr Spaß als ich dachte

Verfasst von andre396 am 14. September 2009

Nach dem Weserlauf vor zwei Wochen, der mein erster Versuch über 5Km gewesen ist, wollte ich nun versuchen meine Erfahrungen umzusetzen und ein besseres Ergebnis zu erreichen. Dafür kam der OLB Eon Lauf in Brake sehr gelegen. Zum Einen hatte ich eine sehr kurze Anfahrt, (die ich bei besserem Wetter gerne mit dem Fahrrad erledigt hätte) zum Anderen liefen hier auch zwei meiner Freunde mit. Es sollten zwar mal mehr werden, aber die anderen haben noch kurzfristig gekniffen ;)

Ich bereitete mich also mit einem meiner Freunde, der heute seinen ersten Wettkampf laufen sollte, vor und stand dann pünktilch am Start. Bis dahin hatte ich den Eindruck von einer sehr gut organisierten Veranstaltung und dieser sollte sich auch später noch verfestigen. Die Wege waren allesamt  sehr kurz und es wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Ich frage mich allerdings noch immer, warum meine Startnummer schon abgeholt worden war, bevor ich ankam. Wiedergefunden habe ich sie nicht, aber zum Glück konnte schnell für Ersatz gesorgt werden.

Die ersten 100m des Rennens waren wirklich sehr eng und ich musste mich durch einige Leute durchkämpfen. Offensichtlich hatten sich hier mehrere Läufer zu weit vorne aufgestellt (oder ich zu weit hinten ;) ), aber so kam ich zumindest in den Genuss während des ganzen Rennens durchgehend zu überholen ;) .

Nach der ersten Straßenecke wurde der Weg dann breiter, aber ich bin trotzdem fast mit einer Frau zusammengeprallt, die unbedingt genau in dem Moment aus ihrer Wohnung herausgehen musste. Nun ging es durch die Fußgängerzone und in den Hafenbereich, wo ich den ersten Kilometer nach 4:34 stoppte. Damit lag ich zwar zehn Sekunden über dem Plan, aber die schieb ich einfach mal auf den langsamen Start. Ich schaute mich etwas um und stellte fest, dass ich den Freund, dem ich geraten hatte, am Anfang hinter mir zu bleiben, schon weit zurückgelassen hatte – wir hatten sein Wettkampftempo wohl doch etwas zu optimistisch eingeschätzt.

Noch vor dem zweiten Kilometer, gestoppt in 4:24, ging es in Richtung Kaje und hier nahmen die Zuschauerzahlen sofort sprunghaft zu.  Außerdem gab es hier einen langen geradeaus Abschnitt mit Rückenwind. Ich fühlte mich noch immer sehr gut und legte deshalb etwas an Tempo zu. Immer noch oben auf dem Deich unterwegs, stoppte ich den dritten Kilometer nach 4:12 und rechnte bereits im Kopf hoch, wie viel Zeit ich Vorsprung auf meine persönliche Bestzeit hatte.

Dann kam jedoch eine spitze 180° Kurve, die steil den Deich hinunter ging und fast dazu führte, dass ich auf der Außenbahn gegen einen Baum gelaufen wäre. Zwar konnte ich das noch knapp vermeiden, aber von nun an fiel mir der Lauf deutlich schwerer. Zum Einen spürte ich im Magen mein Frühstück (Ok, das war zwar 6 Stunden her, hatte aber auch 1,5 Stunden gedauert ;) ….wenn man schonmal Zeit hat…) und zum Anderen blies von hier an ein kräftiger Gegenwind – meine allerliebste Wetterlage.

Nichtsdestotrotz schaffte ich den vierten Kilometer in 4:22 und stellte mich auf den Endspurt ein, als ich plötlich langsam überholt wurde. Ich blickte zur Seite und entdeckte einen alten Bekannten, den ich direkt ansprach. Das heißt – ich versuchte ihn anzusprechen, denn dank Ohrenstöpsel hörte er mich nicht und bemerkte mich erst, nachdem ich mit der Hand vor seinem Gesicht rumwedelte. Jedenfalls gab er mir neue Motivation und ich versuchte an ihm dranzubleiben, was mir allerdings nicht ganz gelang.

Auf die Zielgerade bog ich zusammen mit einem anderen Läufer ein und wir begannen beide einen Schlusssprint. Dabei hatte ich ihn schnell leicht hinter mir gelassen udn überholte auch meinen Bekannten wieder. Der Läufer hatte jedoch noch nicht aufgegeben und zog das Tempo noch einmal unter lauten Anfeuerungsrufen seiner Familie deutlich an. So leicht wollte ich es ihm allerdings nicht machen und hielt deshalb dagegen, bis ich ein „Oh, sche*ße“ von hinten vernahm und er sich geschlagen geben musste. Im Ziel beglückwünschten wir uns dann gegenseitig für unsere Leistung.

Ärgerlicherweise wurde die Zeit erst ca. 15m hinter dem Zielstrich genommen, so dass ich am Ende ein Ergebnis von 21:57 auf meiner Urkunde lesen konnte. Selbst gestoppt hatte ich dagegen 21:45. Aber es gibt Schlimmeres. Schließlich war sub 22 mein Ziel für heute und man muss sich ja immer noch Steigerungspotential lassen ;)

Mein mitlaufender Freund hat zwar sein Ziel um genau eine Sekunde verpasst, aber dennoch den Spaß an den Wettkämpfen gefunden, weshalb wir uns bereits fürs nächste Jahr für den 10Km Lauf verabredeten. Diesen Handschlag werte ich hiermit als schriftlich festgehalten ;) Wir ließen den Tag noch ausklingen, indem wir die später gestarteten 10 Km Läufer beobachteten und ich musste doch mit etwas Entsetzen feststellen, dass mein Endspurtgegner auch hier noch eine Zeit hinlegte, mit der ich mich sehr schwer getan hätte – das werd ich allerdings erstmal verdrängen ;)

Der diesjährige Lauf hatte einen neuen Teilnehmerrekord von 1118 Läufern zu verzeichnen. Er gefiel mir wirklich außerordentlich gut, da auch die Strecke sehr attraktiv ist. Mein Fazit ist, dass ich im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder kommen würde, selbst wenn ich das nicht schon durch den Handschlag besiegelt hätte.

Jetzt werde ich mal sehen, dass ich dieses Jahr noch einen 10Km Lauf und einen Halbmarathon zwischen den Umzugsstress geschoben bekomme und denke, dass ich danach sehr versöhnlich auf mein Laufjahr zurückblicken werde, auch wenn es in der Mitte einen tiefen Durchhänger gab.

Veröffentlicht in Sport | Verschlagwortet mit : , , | 1 Kommentar »

3 Läufe, 3 Bestzeiten – ein perfektes Laufjahr?

Verfasst von andre396 am 30. August 2009

Wie der letzte Blogeintrag ja bereits vermuten lässt, lebe ich tatsächlich noch…und ich laufe ebenfalls noch. Heute zum Beispiel den Nordenhamer Weserlauf. Bei diesem hatte ich ja bereits letztes Jahr teilgenommen und gab ihm in diesem eine neue Chance. Die hatte er sich zwar eigentlich nicht verdient, aber 3 Km vom Start entfernt zu wohnen ist doch ein sehr schlagkräftiges Argument.

Damit ich später direkt zum Start laufen konnte, machte ich mich um 10.00Uhr auf den Weg meine Startnummer abzuholen – leider gab es da den ersten Misserfolg. Der Organisator hatte verschlafen und traf erst um 10.40Uhr ein. Ist natürlich etwas ärgerlich, wenn man für den Vormittag eigentlich etwas anderes geplant hatte und ich war relativ sauer darüber (soweit das bei mir möglich ist).

Der Ärger wich jedoch wie erwartet relativ schnell der Vorfreude. Es sollte schließlich immerhin mein erster Wettkampf seit Mai werden. Den Rest hatte mein Knie ja sehr erfolgreich vereitelt.

So betrachtete ich frohen Mutes den Regen 1,5 Stunden vor dem Start. Das Wetter hatte ja schließlich noch genügend Zeit sich zu bessern – und das tat es dann tatsächlich. Ich schaffte es nämlich mit im Trockenden einzulaufen und bekam erst wieder Tropfen ab, als ich an der Startlinie stand. Perfektes Timing also. Mit mir hatten sich dort etwa 40 Menschen versammelt, die auf die 5 Km Strecke gehen sollten. Die doppelt so lange Distanz wollte ich mir heute als erklärter Rundenlaufhasser und aufgrund meines Trainingsstandes nämlich noch nicht antun.

Der Startschuss (bzw. der Ruf des Starters) erklang mit nur leichter Verzögerung und das Feld setzte sich in Bewegung. Auf den ersten 200m waren noch etliche Läufer im Weg, die sich vorher zu weit vorne aufgestellt hatten, aber dann entzerrte sich das Feld erstaunlich schnell. Im Prinzip lief ich die ganze Zeit alleine.

Den ersten Kilometer absolvierte ich in einer Zeit von 4:32. Geplant war eine Durchschnittszeit von 4:36, um eine Zeit von 23:00 zu erreichen. Ich war also zu schnell, aber das war ja auch zu erwarten. Immerhin ging es mir nicht so wie den gestarteten Schülern, die sich auf den ersten 1500m verausgabten und dann laut keuchend nach und nach von mir eingesammelt wurden. Sie brachten dennoch sehr beatliche Leistungen und eine vernünftige Renneinteilung kann man in diesem Alter natürlich noch nicht erwarten.

Nachdem ich beim ersten Durchgang am Ziel vorbeilaufen musste und dort mit Namen begrüßt wurde, nahm ich 4:33 als Zwischenzeit für den zweiten Kilometer – immer noch zu schnell, aber eigentlich wollte ich mich gar nicht bremsen. Auch wenn ich wie bei jedem Rennen die schwerste Zeit in der Mitte erwartete, fühlte ich mich sehr gut und beschleunigte etwas. Das schlug sich jedoch zunächst leider nicht in der Zeit nieder, da ich genau in dem Moment gegen einen auffrischenden Wind kombiniert mit einem Platzregen ankämpfen durfte.

Kilometer drei stoppte ich in 4:23 (Ok, vielleicht wurde ich doch ein bisschen schneller – lag sicher an den Kriegstrommlern, die die Läufer von ihrer Position unter einem sicheren Dach anfeuerten) und überlegte mir währenddessen gerade, wo ich meine durchweichte Startnummer, die einfach aus den Sicherheitsnadeln gerissen war, ins Ziel retten sollte. Ich entschied mich dafür, sie einfach in die Faust zu nehmen und absolvierte den vierten Kilometer in 4:25.

Eigentlich hatte ich gedacht, dass es hier langsam anstrengend werden sollte, aber das einzige was schlimmer wurde, war der Regen. Also noch ein bisschen beeilen, um schneller ins Trockende zu kommen. Ich sammelte auf dem letzten Kilometer noch drei Läufer ein, die das Ziel wohl gerne etwas weiter vorne gesehen hätten und lief letztendlich mit einer Zeit von 22:10 als 13. ins Ziel ein.

Dort hielt ich mich allerdings nicht lange auf, sondern lief direkt weiter nach Hause zu meiner warmen Dusche. Übrigens hörte es genau in dem Moment, als ich in meine Straße einbog mit dem Regen auf und fing auch den ganzen Tag nicht wieder an – aber das versuch ich einfach schnell zu verdrängen.

Insgesamt war der Weserlauf 2009 ein sehr schöner Lauf mit dem ich sehr zufrieden bin. Vor allem weil heute anscheinend der Lauf zu Ende war, bevor die Anstrengung richtig durchkam. Die Strecke war auf einer Runde auch sehr schön und ich kann mir durchaus vorstellen, nächstes Jahr nochmal wiederzukommen. Ich hoffe allerdings, dass sich die Organisation noch deutlich bessert. Bei der Startnummernausgabe zu verschlafen darf man sich einfach nicht leisten und auch dass die Siegerehrung erst zwei Stunden nach dem Lauf stattfindet, finde ich etwas schwach. Fairerweise muss man allerdings dazu sagen, dass dies nur so ist, da man warten muss, bis die teilnehmenden Spaziergänger mit den Stöcken auch mal im Ziel sind, um ihnen danach die wohlverdienten Ehrungen zu Teil werden zu lassen.

Ich kam also zwei Stunden später frisch geduscht wieder im Zielbereich an und suchte meinen Namen auf der Ergebnisliste – was allerdings gar nicht so einfach war. Männliche Jugend gab es schonmal nicht und auch in der Altersklasse der Männer konnte ich mich nicht entdecken. Fündig wurde ich schließlich bei M08 und jünger….nach kurzer Meldung beim Organisationsteam, das sofort bemerkte, dass ich unwesentlich älter aussehe, wurde ich direkt in meine Altersklasse versetzt und stellte fest, dass ich diese sogar gewonnen hatte. (Ok, die M08 hatte ich auch gewonnnen, aber…nun ja…)

Als Preis gabs dieses Mal allerdings weder ein Brot, noch einen Gartenschlauch, sondern eine Mütze und Wick Plus C. Das ist natürlich nichts für das sich das Rumstehen gelohnt hätte, aber irgendwie ist ein Lauf ohne Siegerehrung einfach nicht vollständig…

Ich meld mich spätestens nach dem 13.09. wieder ;) Dort plane ich nämlich meine 5 Km Zeit von heute zu verbessern.

Veröffentlicht in Sport | Kommentar schreiben »

Bergfest

Verfasst von andre396 am 30. August 2009

Hey, schon wieder ein Monat rum, seit dem letzten Posting. Ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sie so richtig genießen kann ;)

Ok, jetzt im Ernst. Ich bin einfach im Stress….

Ich mache momentan ein Praktikum, das ich als Bedingung fürs Studium benötige. Die Arbeitszeit ist zwar wunderbar und die Arbeit an sich macht mir sogar Spaß, vor allem, weil es längere Phasen gibt, in denen ich relativ selbstständig nach Vorgaben arbeiten darf, aber 8 Stunden weniger zur Verfügung zu haben, ist doch eine große Umstellung.

Zusätzlich renovieren wir gerade jeden Samstag unsere eigene Wohnung. Es geht zwar schon gut voran, aber Umzug ist erst am 01.Oktober. Das heißt bis dahin weiterhin 6-Tage-Wochen. Auf jeden Fall habe ich den freien Sonntag wieder sehr zu schätzen gelernt ;)

Immerhin ist heute in beider Hinsicht Bergfest. Ab jetzt wird also runtergezählt und die Vorfreude auf die eigene Wohnung steigt immer mehr :)

Veröffentlicht in Leben | Kommentar schreiben »

> Von der Gefährdung deutscher Spitzenpolitiker

Verfasst von andre396 am 30. Juli 2009

Jetzt hat doch tatsächlich jemand unserer Gesundheitsministerin ihr schönes Auto weggenommen. Wenn es nach mir geht, sollten diese Verbrecher, die dieser in ständiger Lebensgefahr schwebenden Politikerin,  ihren einzigen Schutz entwenden haben, hart bestraft werden!  Erschwerend kommt schließlich noch hinzu, dass sich Ulla Schmidt gerade unermüdlich in gefährlichen Krisengebieten herumtreibt und von daher durchaus auf eine eigene gepanzerte Limousine angewiesen ist.

Nicht auszudenken, wenn trotz aller Sicherheitsvorkehrungen eine weltweit so bedeutende Person wie eine deutsche Ministerin zu Schaden käme! Aus diesem Grund kann ich nicht nachvollziehen, welche Reaktionen dieser Diebstahl hier ausgelöst hat.

Statt sorgenvoll gen Spanien zu blicken und für die Sicherheit der Politikerin zu beten, beschränkt man sich lieber auf Kritik, wegen der Kosten, die die Überführung des Autos verursacht hatte.

Dies kann einzig und allein der fälschlichen Erfahrung vieler Urlauber angelastet werden. Zehntausende Reisende überstehen Jahr für Jahr ihren Aufenthalt in Spanien ohne entführt zu werden oder in einem gemieteten Auto in die Luft zu fliegen, doch diese können nicht auf das umfangreiche Hintergrundwissen einer Ulla Schmidt zurückgreifen, die sicherlich besser beurteilen kann, in welchen Gegengen der mitgebrachte Mercedes absolult unabdingbar und kein Mietwagenvertreter vertrauenswürdig genug ist.

Glücklicherweise haben auch die dreisten Diebe ihre Verantwortungslosigkeit erkannt und das Auto mittlerweile zurückgegeben.

Veröffentlicht in Politik | 1 Kommentar »

> Warum eigentlich Krallenfrosch?

Verfasst von andre396 am 29. Juli 2009

Mir ist aufgefallen, dass ich noch eine Erklärung für den Untertitel meines Blogs „Vom Krallenfrosch zum Marathon“ schuldig bin. Also was haben quakende und schleimige Tiere mit nur bedingter Haustiereignung mit mir zu tun?

Vor etwa fünf Jahren wurde ich von einem guten Freund (der sich im Übrigen gerade in Australien befindet und dort von Ketschup ernährt – hoffentlich kehrt er nächstes Jahr zurück) mit eben diesem Vertreter der Kröten verglichen. Er hieß mit vollem Namen afrikanischer Krallenfrosch und sieht in etwa so aus:

Ich finde er hat nur sehr entfernt Ähnlichkeit mit mir – auch wenn sich der ehemalige Bauchumfang sicher vergleichen ließe – aber einmal in die Welt gesetzt (wenn auch als Spaß gedacht), hält sich ein solcher Spitzname erstaunlich lange.

Immerhin ist das nun Vergangenheit und ich kann auch wieder sportliches berichten. Heute habe ich ein vorsichtiges Intervalltraining absolviert. Bei dieser Trainingseinheit war ich an Weihnachten bei 8*1000m in 4:30 min – umso höher zu bewerten, weil ich das am Vormittag vor dem Weihnachtsessen und naturgemäß im Winter absolviert habe.

Eigentlich geht es mir ja umso besser ja wärmer es wird, aber an diese Leistung konnte ich heute natürlich trotzdem nicht anknüpfen. Dennoch lief es nicht so schlecht wie erwartet mit 4*1000m in 4:35 min. Etwas störend ist nur der konsequente leichte Schmerz im verletzten Knie, der mich offensichtlich bei jedem letzten Kilometer eines Laufes daran erinnern möchte, nicht zu viel auf einmal zu wollen – es klingt vielleicht komisch, aber es ist wirklich immer der letzte Kilometer, egal wie viele schon davor lagen. Wahrscheinlich ist das ein Zeichen, dass ich mich gerade genau an der Grenze entlang bewege und weiterhin vorsichtig sein muss.

Aber es geht aufwärts….

Mal sehen wie die nächsten Monate sportlich aussehen. Ich denke nämlich schon wieder naiv vorsichtig über Wettkämpfe nach. Wenngleich mir wahrscheinlich viel Stress bevorsteht, da ich ein Praktikum beginne und parallel dazu in unserer Wohnung zwecks Renovierung ein mittelgroßes Chaos anrichten werde.

Zum Glück sidn die Vorbereitung aber irgendwann abgeschlossen und ich freue mich schon sehr darauf mit meiner Freundin zusammenzuziehen.

Veröffentlicht in Leben, Sport | Kommentar schreiben »

> Wanted – wer hat am Urmeter rumgespielt?

Verfasst von andre396 am 24. Juli 2009

Mein derzeitiger Zustand: Ich bin nass und mir ist kalt. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich gerade Fahrrad gefahren bin und es, wie in den letzten 14 Tagen eigentlich dauerhaft, geregnet hat. Man kann also klar erkennen: Wir haben Hochsommer!

Wahrscheinlich ist ein solcher Sommer wie dieser hier das einzige was noch schlimmer ist als Winter. Aber ich beklag mich lieber nicht, denn man weiß ja nie was noch so kommen kann.

Außerdem muss ich zugeben, dass es mir, abgesehen von unserem Wetter, wirklich sehr gut geht. Natürlich gibt es dafür auch mindestens zwei gute Gründe, nämlich zum Einen unsere abgeschlossene Wohnungssuche und zum Anderen eine Rückkehr zu (halbwegs) schmerzfreiem Laufen.

„Bekommen Sie bitte keinen Schreck“ war unter anderem die Aussage einer Maklerin, bevor sie uns eine Wohnung zeigte, die uns interessierte. Obwohl die verschimmelte Einbauküche mit den schmuckvollen Löchern und die 40 Jahre alten Badezimmerfliesen in Kombination mit komplett schrägen Decken in der Hälfte der Räume ein sehr gutes Argument für die Wohnung waren, haben wir uns dennoch dagegen entschieden.Ich habe zwischenzeitlich schon die Hoffnung aufgegeben, dass wir für unsere Preisvorstellungen etwas schönes finden, aber es hat letztlich doch geklappt.

Ok, wir haben mittlerweile ein paar Mehlwürmer entdeckt, aber die waren immerhin schon tot und daher keine große Gefahr ;) Ja, ich gebs zu, es ist eklig. Aber komplett renovieren wollten wir so oder so, bevor wir jemanden zu uns einladen ;)

Mittlerweile steht also fest, dass ich in Zukunft meine Laufrunden in Varel drehen werde. (Übrigens liegt die Wohnung jeweils ca. 1Km von wunderbar laufbaren Wirtschaftswegen und einem großen Wald entfernt – aber das hat mit der Auswahl ehrlich nichts zu tun ;) ) Ich kann nämlcih tatsächlich wieder weiter als einmal um den Block laufen!

Heute zum Beispiel waren es 10 Kilometer und ich steigere mich nur sehr langsam, während ich mich daran erfreue, dass man sich ohne Schmerzen bewegen kann, und hoffe, dass das erstmal so bleibt.

Leider ist allerdings ein neues Problem aufgetaucht: Irgendjemand hat meine Strecken verlängert! Nicht nur, dass ein Kilometer Laufen länger dauert als vor 3 Monaten, es ist auch noch anstrengender geworden!

Ich werde trotzdem weiterlaufen in der Hoffnung den Verantwortlichen unterwegs zu finden und versuche im Moment verzweifelt meine Wettkampfplanungen zu verdrängen. Ich hätte da nämlich auf Anhieb dieses Jahr noch sechs im Hinterkopf, aber möchte mich eigentlich viel lieber daran erfreuen, überhaupt laufen zu können. Es wäre zu schön, wenn mir dabei nicht mein Ehrgeiz im Weg stünde ;)

So viel erstmal von mir. Vielleicht melde ich mich ja demnächst häufiger, wenn es mit dem Sport weitergeht ;)

Veröffentlicht in Leben, Sport | 4 Kommentare »

> Eigentlich sollte mich ein Marathon zufriedenstellen…

Verfasst von andre396 am 23. Juli 2009

Obwohl ich mittlerweile jeglisches Zeit- bzw. Wochentagsgefühl verloren habe, ist mir dennoch nicht entgangen, dass das erste Halbjahr von 2009 schon wieder vorbei ist. Meiner Meinung nach verfliegt die Zeit immer schneller….ich werde wohl bald Weihnachtsgeschenke kaufen gehen…

Vorher werde ich aber erstmal auf das letzte Halbjahr zurückblicken – natürlich in sportlicher Hinsicht (sonst muss ich mir noch eine andere Blogbeschreibung einfallen lassen ;) )

Das Wichtigste zuerst: Ich bin immer noch verletzt.

Wirklich äußerst frustrierend, aber ich habe meinen Orthopäden zu der Aussage gedrängt, dass ich Laufen dürfe, solange ich schmerzfrei dabei bin.

Sowas lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen und bin seitdem fleißig jeden zweiten Tag unterwegs. Ich merke jedoch schon den Konditionsabbau und muss wirklich vorsichtig sein, dass ich mir meine Kräfte richtig einteile. Meine längste Strecke waren bisher 2,15Km und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie hart es wäre, nach der Hälfte der Strecke schon zu viele Körner verschossen zu haben ;)

Naja..wie dem auch sei – es gibt ja noch andere Sportarten. In meinem Fall Schwimmen, da Fahrrad fahren gar nicht geht. Inzwischen habe ich sogar das Gefühl, einigermaßen voran zu kommen, aber bei der Kilometerzahl wäre ich auch entsetzt, wenn es nicht so wäre:

  • Gesamtkilometer: 5.666
  • Laufen: 890 km in 80h23m28s
  • Radfahren: 4716 km in 102h39m35s
  • Schwimmen: 59,99 km in 27h48m36s

Insgesamt war ich 210 Stunden, 51 Minuten und 39 Sekunden sportlich unterwegs. Das sind 8 Tage und 18 Stunden.

Hoffentlich wird das nächste Halbjahr in dieser Hinsicht etwas besser. In allen anderen Lebensbereichen kann ich nämlich wirklich nicht beklagen.

Veröffentlicht in Sport | Kommentar schreiben »